Geige, Gambe, Gemälde, Grafiken. Aus aller Welt

Dank der umsichtigen Sammlertätigkeit lange vor Eröffnung des Museums beherbergt das Händel-Haus eine bedeutende Musikinstrumenten-Sammlung sowie Handschriften, Bilder, Bücher und Musikalien.

Musikinstrumente

Die Musikinstrumenten-Sammlung der Stiftung Händel-Haus besteht inzwischen aus etwa 700 Einzelstücken und geht weit über das  Instrumentarium der Barockmusik hinaus.

Im Zuge der Umgestaltung der Händel-Ausstellung erhielt im Jahre 1958 eine separate Instrumenten-Ausstellung in den Mansarden der zweiten Etage des Händel-Hauses ihren Platz. Fast alle Exemplare der Sammlung wurden in Wandvitrinen auf engstem Raum systematisch nach Gattungen geordnet. Außerdem fand immerhin die Hälfte des Bestands an Hammerklavieren eine chronologische Aufstellung. Die restlichen Instrumente mussten in Magazinräumen untergebracht werden. Doch diese Exposition blieb eine Notlösung. Das wurde deutlich, als der Versuch des Angebotes von Tonbandführungen nach 1967 zu einer ansteigenden Nachfrage von Schulklassen und Seminargruppen führte.

1974 wurde dem Händel-Haus die erste Etage eines repräsentativen Renaissancegebäudes am Markt, des so genannten Marktschlösschens, zur Verfügung gestellt. In der hier 1975 eröffneten Ausstellung wurden zunächst ein größerer Teil der Hammerflügel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und nach 1980 auch ausgewählte Exemplare des übrigen Instrumentariums.

Seit 2003 kann das Händel-Haus nun die besten Stücke seiner Instrumenten-Sammlung in dem Neubau präsentieren, der sich unmittelbar neben dem Händel-Museum anstelle der ehemaligen „Schützei“ erhebt. Hier ist seitdem auch das Restaurierungsatelier untergebracht.

Handschriften – Grafiken und Gemälde – Bücher und Notendrucke

Zu den Sammlungen des Händel-Hauses zählen auch Handschriften, Bilder, Bücher und Musikalien. Diese Bestände stehen jederzeit vor allem der Wissenschaft zur Verfügung. Einzelne Stücke bereicherten dagegen auch schon immer die jeweilige Dauerausstellung. Heute werden außerdem manche Exponate je nach Bedarf in den wechselnden Kabinett-Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schon Jahre vor der Gründung des Museums war die Moritzburg in Halle damit beauftragt, eine Händel-Bildsammlung anzulegen. Bücher und andere Gegenstände sammelte Herbert Koch in seinen Amtsräumen. Das erklärt, weshalb das neugegründete Musikmuseum schon von Beginn an auf relativ reichhaltige Bestände zurückgreifen konnte. Die Erschließung der Sammlungen und deren wissenschaftliche Bearbeitung richtete sich anfangs fast ausschließlich nach der möglichen Verwendung der musealen Objekte in den Ausstellungen.

Die Handschriftensammlung (inzwischen rund 1000 Einzelstücke) umfasst vor allem Briefe, Mitteilungen und Notizen von Friedrich Chrysander, Marie und Robert Franz, Carl Loewe, Johann Friedrich Reichardt u. a. (darunter drei Briefe von Samuel Scheidt an den Rat der Stadt Bitterfeld sowie einige jüngere Urkunden und Musikhandschriften von Robert Franz, Carl Loewe, Hans Stieber, Friedrich Wilhelm Schönherr u. a.).

In der Bildsammlung befinden sich neben einigen wenigen Gemälden vor allem Grafiken, die sich in ihren wesentlichen Teilen auf Händels Biographie und seine Zeit beziehen, sowie Blätter, die sich thematisch den Sammlungsgebieten „Musikgeschichte Halles“ oder „Instrumentenkunde“ zuordnen lassen.

Die Bibliothek sammelt und bewahrt neben wissenschaftlicher Literatur zur Musikgeschichte und Instrumentenkunde hauptsächlich Notendrucke und Bücher zu Händels Leben und Werk. Darunter sind auch bibliophile Kostbarkeiten wie Erstdrucke von Händel-Werken und Erstausgaben von Kompositionen oder Schriften weiterer hallescher Komponisten zu finden. Der Bestand wird durch ein Archiv audiovisueller Medien ergänzt. Seit Bestehen archiviert die Bibliothek außerdem alle ihr zugänglich gemachten Materialien, die die Rezeption Händels und hallescher Musiker aus Vergangenheit und Gegenwart dokumentieren.