Das klingende Musikmuseum und seine Veröffentlichungen

Von Anbeginn gab es Überlegungen im Händel-Haus den Kontakt zu Händels Musik zu ermöglichen und den Anspruch wissenschaftliche Publikationen zu veröffentlichen.

Das klingende Musikmuseum

Zur Konzeption eines Museums, das hauptsächlich der Erinnerung an einen Komponisten gewidmet war, gehörten von Anbeginn an Überlegungen und Versuche, hier auch eine akustische Begegnung mit Händels Musik zu ermöglichen.

Das Bemühen schon der ersten verantwortlichen Mitarbeiter, das Geburtshaus Händels als tatsächlich „klingendes“ Musikmuseum im Kulturleben der Stadt zu etablieren, fand am deutlichsten seinen Niederschlag in einer regen Veranstaltungstätigkeit. Von 1952 bis in die 1980er Jahre gab es traditionell jeden Sonnabend Konzerte im Museum. Sie fanden bis 1984 in einem im Dachgeschoss ausgebauten kleinen Saal statt. Seit Händels 300. Geburtstag steht ein Konzertsaal zu Verfügung, der im Erdgeschoss des 1984 hinzugefügten Nachbarhauses eingerichtet und 1993 noch einmal umgestaltet wurde.

Anfangs erklangen in den Kammerkonzerten vor allem Werke von Georg Friedrich Händel. Später wurde Musik von Händels Zeitgenossen einbezogen. Schließlich berücksichtigte die Programmgestaltung auch die hallesche Musikgeschichte oder Jubiläen anderer berühmter Komponisten. Anfang der 1950er Jahre wurde noch auf einen reinen Hausmusik-Charakter Wert gelegt. Doch bald gab es zunehmend professionelle Auftritte gefragter Künstler. Außerdem fanden im Händel-Haus Studenten und Musikschüler in eigenen Konzerten ihr erstes Podium. Nach und nach gliederte sich das Angebot in thematische Reihen. Seit 1970 können sie im Abonnement gebucht werden.

Zusätzlich führte das Musikmuseum ab 1956 Vortragsabende unter dem Titel „Klingendes Schallarchiv“ (später „Studioabend“ genannt) durch. Hier erklangen Kompositionen, die in den Kammerkonzerten des Hauses nicht hätten erlebt werden können. Die Tonbeispiele konzentrierten sich nach 1976 ausschließlich auf Werke Händels und machten dabei zunehmend auf Prinzipien historischer Aufführungspraxis aufmerksam.

Tipp: Wir empfehlen Artikel der Publikationsreihe „Händel-Haus-Mitteilungen“ des Freundes- und Förderkreises 1991–2008, z. B. Erinnerungen an die ersten Jahre des „Musikmuseums“ (1998/Heft 1, S. 14ff.)

Veröffentlichungen

Seit den 1960er Jahren wird der wissenschaftlichen Erschließung der Sammlungsbestände verstärktes Augenmerk geschenkt. In diesem Zusammenhang festigte sich der bis heute beibehaltene Anspruch, mit Publikationen auf die Sammlungen und die Arbeitsgebiete des Musikmuseums aufmerksam zu machen.

So wurden mit dem Ziel, das Museumsgut vollständig zu katalogisieren, zwischen 1961 und 1980 sieben Katalogbände im Eigenverlag gedruckt. Fast 90 % der damaligen Bestände konnten auf diese Weise vorgestellt werden. 1977 begann die Herausgabe einer Reihe „Schriften des Händel-Hauses in Halle“, die es auf insgesamt 21 Bände brachte. In ihr wurden später u. a. die Berichte der wissenschaftlichen Konferenzen veröffentlicht, die das Händel-Haus unter starker Beteiligung der in- und ausländischen Fachwelt zu Ehren z. B. von Scheidt, Reichardt, Türk, Loewe oder Franz ausgerichtet hatte. Eine seit 1963 am Händel-Haus erarbeitete Händel-Bibliographie erschien im Deutschen Verlag für Musik in Leipzig.