Rekonstruktion. Erweiterung. Und ein Rundgang

Das Jubiläumsjahr 1985 war Anlass, eine völlig neue Händel-Ausstellung zu konzipieren. Die räumlichen Gegebenheiten der alten Ausstellung waren den zu erwartenden Besucherströmen nicht mehr gewachsen, und die Leitung des Hauses hatte das Bedürfnis, auch die jüngere Händel-Pflege innerhalb der ständigen Ausstellung umfassend darzustellen.

Das Jubiläum und eine ohnehin notwendig gewordene gründliche Rekonstruktion des Hauses bewogen die Stadt, eine Erweiterung des Händel-Museums zu planen und schließlich auch durchzuführen. Abgesehen von einigen Kompromissen, die bei der Vereinigung ehemals selbstständiger historischer Gebäude unvermeidlich sind, ergaben sich jetzt bessere Möglichkeiten für eine neue Präsentation von Leben und Werk Händels. Von besonderem praktischen Vorteil erwies sich die Möglichkeit eines Rundganges, der im alten Museum nicht realisiert werden konnte. Die von Edwin Werner, Direktor des Hauses seit 1981, konzipierte neue Ausstellung bot dem Besucher ein in den wesentlichen Teilen geschlossenes Bild der Händel-Biographie, einschließlich der Händel-Pflege seit etwa 1784 bis zur Gegenwart. Die graphische Gestaltung der zahlreichen gedruckten Schautafeln lag in den Händen von Else und Ronald Kobe. Die Räume waren außerdem mit historischen Tasteninstrumenten der jeweiligen Zeit ausgestattet.

Im Dachgeschoss entstand zwischen 1987 und 1989 in der gleichen Aufmachung eine Exposition zur tausendjährigen Musikgeschichte der Stadt Halle.

Seit 1991 wurden zu ausgewählten Themen Sonderausstellungen angeboten. Durch das hinzugewonnene Gebäudeensemble (das so genannte „falsche“ Händel-Haus) ergab sich endlich die Möglichkeit eines bequem zu erreichenden Konzertsaals. Im östlichen Gebäudeflügel bekamen die Restaurierungswerkstatt und die Bibliothek günstigere Arbeitsmöglichkeiten. Der große Hof konnte von nun an bis in die 1990er Jahre für stimmungsvolle Serenaden genutzt werden.