Vorbemerkungen zur Operndatenbank

Mit der hier vorliegenden Datenbank „Händel-Opern seit 1705” werden Inszenierungen der Werke Georg Friedrich Händels weltweit ab dem Jahr 1705 dokumentiert.

Am 8. Januar 1705 wurde Händels erste Oper „Der in Kronen erlangte Glücks-Wechsel, oder: Almira, Königin von Castilien" (HWV 1) in Hamburg auf der Bühne des Theaters auf dem Gänsemarkt uraufgeführt.

Der Datensammlung liegt zugrunde die im Jahr 2000 im Händel-Haus herausgegebene Publikation „ Rätzer, Manfred: Szenische Aufführungen von Werken Georg Friedrich Händels vom 18. bis 20. Jahrhundert : eine Dokumentation”, die den Zeitraum von 1705 bis 2000 umfasste. Die hieraus erwachsene Datenbank (gegenwärtig 2.339 Einträge) schreibt die vorgenannte Publikation (1.700 Einträge) fort. Beide verstehen sich als Ergänzung des bisher in vier Teilen erschienenen Händel-Handbuches.

Ziel der von Manfred Rätzer seit 1984 betriebenen Nachforschungen war es, die Aufführungen möglichst vollständig zu erfassen, um die Entwicklung und das Ausmaß der Händel-Opern-Rezeption deutlich werden zu lassen. Dazu war es nötig, viele Informationen zusammenzutragen und sie für die künftige Händel-Forschung festzuhalten.

Neben dem statistischen Aspekt ging es vor allem auch darum, die Namen jener Persönlichkeiten zu bewahren, die sich im Laufe der Zeit mit ihrer ganzen Kraft und all ihren Fähigkeiten dafür eingesetzt haben, das geniale Werk Händels in szenischer Form lebendig werden zu lassen. Das gilt insbesondere für die Pioniere, die Händels Opern im 20. Jahrhundert wieder entdeckten und somit den Grundstein dafür legten, dass die Händel-Oper heute fast zu einer Repertoire-Oper geworden ist.

Während historische Betrachtungen zur Aufführungsgeschichte der Werke Händels meist nur die Namen der musikalischen Leiter und der Regisseure erwähnen, wurde in der vorliegenden Zusammenstellung besonderer Wert darauf gelegt, beispielsweise die Sängerinnen und Sänger sowie die von ihnen verkörperten Partien zu dokumentieren. Die Gesangssolisten tragen ja ganz entscheidend dazu bei, die Musik Händels in ihrer emotionalen Kraft zu vermitteln. Der leider richtigen Erfahrung, dass die Nachwelt dem Mimen keine Kränze flicht, sollte entgegengewirkt werden.

Bei unserer Händel-Opern-Datenbank wurde ein hoher Grad an Vollständigkeit erreicht. Dies betrifft vor allem die staatlichen und städtischen Theater bzw. Opernhäuser sowie die meisten privaten Opernunternehmen. Kleinere Lücken könnten insbesondere bei Aufführungen von Musikhochschulen (Colleges) vorhanden sein, die oft Werkstattcharakter tragen und nach außen kaum bekannt werden, sowie bei szenischen Aufführungen kleinerer privater Chor- und Orchestergemeinschaften in Orten des In- und Auslandes.

Vorliegende Dokumentation enthält auch halbszenische und Ballett-Aufführungen - sowie Aufführungen von Pasticci in ihrer unterschiedlichsten Art. Außerdem wurden konzertante Opernaufführungen aufgenommen. Da hier jedoch eine systematische Erfassung ursprünglich nicht vorgesehen war, wurde für sie auch keine Vollständigkeit angestrebt.

Das Händel-Haus ist für jeden Hinweis dankbar, der zur Komplettierung oder Korrektur der Datenbank-Einträge beiträgt.

Bitte senden Sie Korrekturen, Neueinträge und Hinweise zum Thema per E-Mail an bibliothek@haendelhaus.de.