Bühne frei für neue Themen.

Ob aktuelle Forschungsergebnisse, Jubiläen oder berühmte Persönlichkeiten – es gibt viele gute Gründe für Jahres- und Sonderausstellungen im Händel-Haus. Und für Sie immer einen Anlass, Neues im Museum zu entdecken.

"So fremd, so nah" vom 24. Februar 2018 bis 6. Januar 2019
Händel-Haus • Sonderausstellungsräume • Schatzkammer
Eröffnung am Freitag, dem 23. Februar 2018, 17.00 Uhr

Kuratoren: Karl Altenburg, Christiane Barth und Dr. Konstanze Musketa (Stiftung Händel-Haus)

Die ständige Auseinandersetzung mit dem Fremden gehörte zu Händels realer
Lebenswelt. Sein Aufbruch in unbekannte Regionen war Wagnis und Chance
zugleich. Er lernte fremde Sprachen, Länder, Kulturen und Religionen kennen. Wie nur wenigen Menschen seiner Zeit war es ihm vergönnt, zu reisen und dadurch Informationen aus erster Hand zu sammeln. Das war damals noch mehr oder minder beschwerlich und gefährlich und kostete ein Vermögen. Wer sich keine Reisen leisten konnte, war auf Berichte und Zeitungsmeldungen angewiesen und machte sich dann sein eigenes, mitunter recht verzerrtes Bild von der fernen Realität. In der weltoffenen Metropole London hatte Händel tagtäglich Gelegenheit, Menschen aus fremden Kulturen zu begegnen. England profitierte wirtschaftlich nicht nur von seinen globalen Handelsbeziehungen, sondern auch von der Ausbeutung der Kolonien und vom Sklavenhandel. Hat Händel diese Schattenseite des ökonomischen Aufschwungs bewusst wahrgenommen? Die Handlungen vieler seiner Bühnenwerke sind in fernen Ländern und Regionen angesiedelt. Händel nimmt sein Publikum mit auf Reisen quer durch Europa und Asien, nach Jerusalem, an den Bosporus, bis nach Ägypten, Armenien, Persien und Indien. Oder er entführt uns ins antike Rom und an Orte der griechischen Mythologie, in die heile Welt Arkadiens, in die Zeit der Kreuzritter oder gar ins Übersinnliche, Märchenhafte. In musikalischer Hinsicht bleibt er jedoch Europäer und Komponist der Barockzeit.

Ist Händels Welt uns heute fremd geworden, oder gibt es nicht auch Vieles, was
uns vertraut ist? Wir laden Sie ein, dieser und anderen spannenden Fragen
nachzugehen. In der Ausstellung erwartet Sie manches Fremde, Seltsame, das ganz nah zu erleben ist. Zu den besonders sehenswerten Exponaten zählen Reiseberichte der Händelzeit, Noten-Erstdrucke und liebevoll illustrierte Libretti zu Händel-Opern sowie Grafiken und schließlich auch Musikinstrumente, die vom Fernweh ihrer einstigen Besitzer zeugen.

Bildausschnitt von "Beschreibung des Saal-Creyses "von J. Ch. Dreyhaupt, Halle 1749