Franckesche Stiftungen

Franckesche Stiftungen

Georg Friedrich Händel hatte seine Kindheit in enger Nachbarschaft zu dem weltweit ausstrahlenden Reformwerk des Universitätsprofessors und Pietisten August Hermann Francke (1663-1727) verbracht.

Nur wenige hundert Meter südlich des Marktes begann im Jahr 1698 mit der Grundsteinlegung des Waisenhauses eine weithin sichtbare Schulstadt zu gedeihen, die die Aufmerksamkeit aus dem In- und Ausland auf sich zog. Auch später wird Händel bei seinen Besuchen in der Heimatstadt - zuletzt 1729 - das Entstehen der Franckeschen Stiftungen mit ihren weitblickenden Reformen und sozialem Engagement nicht entgangen sein.

Bildhafter Ausdruck der Pädagogik Franckes und Spiegel seines weltumspannenden Netzwerkes ist die europaweit einzigartige, vollständig erhaltene Kunst- und Naturalienkammer der Frühen Neuzeit, die an originaler Stelle im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben im Dachgeschoss des Waisenhauses zu besichtigen ist. Mit ihrem bis heute erhalten gebliebenen barocken Bauensemble, den wertvollen Sammlungen sowie kulturhistorischen Ausstellungsprojekten stehen die Franckeschen Stiftungen auf der Vorschlagliste für das UNESCO-Weltkulturerbe.

Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)