Händel-Preisträgerin 2019

Silke Leopold

Den „Händel-Preis der Stadt Halle, vergeben durch die Stiftung Händel-Haus“, des Jahres 2019 erhält die Musikwissenschaftlerin Prof. emerita Dr. Silke Leopold.

Liste der Händel-Preisträger ab 1993

Das Kuratorium der Stiftung Händel-Haus unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand würdigt damit ihre herausragenden Verdienste um die Erforschung von Händels Musik. Dabei folgt es einer einstimmigen Empfehlung des Fachbeirates der Stiftung. Im Rahmen ihrer bahnbrechenden Studien zur Barockmusik im europaweiten Maßstab hat sich Prof. emerita Dr. Silke Leopold intensiv mit den Oratorien und den Opern Händels auseinandergesetzt. Frucht dieser Bemühungen sind nicht nur wichtige Aufsätze und Gesamtdarstellungen innerhalb von Handbüchern und Enzyklopädien, sondern auch ein bedeutendes Buch über Händels Opern von 2009. Frau Prof. emerita Dr. Silke Leopolds Arbeiten sind nicht nur wissenschaftlich makellos, sondern zeichnen sich durch einen besonders gut lesbaren, allgemein verständlichen Stil aus, der ihren Büchern hohe Auflagen gesichert hat. Händels Geburtsstadt ist für Frau Prof. emerita Dr. Silke Leopold stets ein wichtiger Bezugspunkt gewesen: Sie hat immer wieder an den Händel-Konferenzen teilgenommen und im Händel-Jahrbuch publiziert, sie hat Festvorträge anlässlich der Händel-Festspiele gehalten und sie arbeitet seit 2014 in der Jury des Händel-Forschungspreises mit. Der Händel-Preis wird für besondere künstlerische, wissenschaftliche oder kulturpolitische Leistungen, die im Zusammenhang mit der internationalen Händel-Pflege in Halle stehen, an Einzelpersönlichkeiten oder Ensembles, vergeben. Der Preis ist ein undotierter Ehrenpreis.

Frau Prof. emerita  Dr. Silke Leopold hält am 1. Juni 2019, 10 Uhr, im Stadthaus am Markt den Festvortrag Von A(thalia) bis Z(enobia): Händels Galerie der Starken Frauen. Im Anschluss erhält sie den Händel-Preis der Stadt Halle (Saale), vergeben durch die Stiftung Händel-Haus, im Rahmen des Kurzkonzertes Händels Frauenfiguren. Das Ensemble Il Giratempo und die Sopranistin Margriet Buchberger präsentieren Arien aus den Händel-Opern Alcina, Lotario, Radamisto und Atalanta in ausgefeilten und inspirierten Interpretationen.

Silke Leopold wurde 1948 in Hamburg geboren und studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Romanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Rom, wo sie nach der Promotion drei Jahre als Forschungsstipendiatin des Deutschen Historischen Instituts verbrachte. Als Assistentin von Carl Dahlhaus lehrte sie seit 1980 an der Technischen Universität Berlin. Außerdem dozierte sie von 1985 bis 1986 an der Harvard University in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahr 1987 habilitierte sie sich an der TU Berlin. Von 1991 bis 1996 war sie Ordinaria für Musikwissenschaft an der Universität/Gesamthochschule Paderborn sowie der Musikhochschule Detmold und von 1996 bis 2014 war sie Ordinaria und Direktorin des Musikwissenschaftlichen Seminars in Heidelberg. Silke Leopold ist Dent-Medal-Preisträgerin von 1986. Sie war von 2001 bis 2007 Prorektorin der Universität Heidelberg und ist Corresponding Member der American Musicological Society, Mitglied im Beirat des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Mitglied in der Akademie für Mozartforschung der Stiftung Mozarteum Salzburg, Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie Sprecherin der Kommission Musikwissenschaftliche Editionen der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte sind, C. Monteverdi, G. F. Händel, W. A. Mozart, die Italienische Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts, die Historische Aufführungspraxis und Probleme der Musikgeschichtsschreibung.