Mittwoch, 30. November 2011, 19:30 Uhr, Romanisches Gewölbe, Händel-Haus :: OPERNWELT-Redakteur zu Gast im Händel-Haus :: „Oper als existenzielle Erfahrung Unmöglich, faszinierend, unverzichtbar: Anmerkungen zur Musikkritik“ :: Vortrag aus der Reihe: Musik hinterfragt :: Referent: Albrecht Thiemann, Redaktion der renommierten Zeitschrift Opernwelt, Berlin
In der Reihe Musik hinterfragt lädt die Stiftung Händel-Haus Halle am Mittwoch, dem 30. November
2011, um 19.30 Uhr in das Romanische Gewölbe im Händel-Haus, Große Nikolaistraße 5, ein. Der
Referent, Albrecht Thiemann (Opernwelt), referiert über Wahn und Wonnen, Grenzen und Glück eines
großartigen Berufs. Mit Hör- und Sehstücken von Händel, Verdi und Wagner.
Ohne Kritiker könne er nicht leben, behauptet Peter Jonas, ehemaliger Chef der English
National Opera in London und Ex-Intendant der Bayerischen Staatsoper in München. Warum? Weil
Kritiker dazu beitragen, die Oper frisch und vital zu halten. Indem sie Fragen stellen, nach bestem
Wissen und Gewissen Werke und Aufführungen kommentieren, stets auf der Suche nach der
(ästhetischen) Wahrheit, die aus Musik, Text und Szene spricht. Das geht nicht ohne
(Fach)Kenntnisse, aber auch nicht ohne einen subjektiven, unabhängigen Blick, der auf Distanz zu
den Machern, zum Markt, oft auch gegenüber den Erwartungen oder Empfindungen der schweigenden
Publikumsmehrheit bleibt. Doch was bedeutet das für die Praxis der Kritik? Lässt sich überhaupt
angemessen über Oper, das komplexe, «unmögliche» Kunstwerk“ (Oskar Bie) und «Kraftwerk der Gefühle»
(Alexander Kluge) schreiben?
Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
Albrecht Thiemann
Geboren 1958 in Wetzlar. Von 1981 bis 1988 Studium der Amerikanistik, Anglistik, Germanistik
und Philosophie an der Freien Universität Berlin und State University of New York in Buffalo. Von
1989 bis 1991 Dozent des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der University of Bath,
England. Seit 2004 Redakteur der «Opernwelt» (Berlin). Beiträge u. a. für «Frankfurter Allgemeine
Zeitung», «Die Welt», «Stuttgarter Zeitung», «Sächsische Zeitung», «Westdeutscher Rundfunk» und
«Deutschlandradio».