Das Händel-Haus selbst verblieb bis zum Jahre 1782 in Familienbesitz. Nach dem Tode von Händels Mutter, 1730, gehörte seine Nichte Johanna Friederike Michaelsen (Tochter von Dorothea Sophia) zu den Erben. Sie bewohnte vermutlich seit 1755 mit Dr. Johann Ernst Flörcke, dem sie seit dem 6. Dezember 1721 angetraut war, das Haus. Im Jahre 1771 - sie hatte ihren Mann um etwa zehn Jahre überlebt - verstarb sie und hinterließ das Anwesen ihrer zweiten Tochter Dorothea Luisa, die noch im gleichen Jahre den hallischen Ratsmeister Friedrich August Reichhelm ehelichte. Ein Jahr nach Reichhelms Tod mußte das Grundstück 1783 öffentlich versteigert werden, nachdem jener mit wahrscheinlich beträchtlichem Aufwand das Händel-Haus hatte erneuern lassen, „ um es zu einem fortdauernden Denkmal des berühmten Mannes zu weihen." Weiterhin wird berichtet, daß „ er auch zu dem Ende darin ein eigenes Monument zu Händels Ehren haben wollen aufrichten lassen, wenn er nicht durch einen plötzlichen Tod wäre übereilet worden." Anfang 1784 wurde nun das Gebäude Eigentum von verschiedenen Kaufleuten: Zuerst erwarb es Christian Friedrich Pohlmann, danach (1817) Friedrich Wilhelm Rüprecht, der es 1847 an seine Erben weitergab, und im Jahre 1872 schließlich Richard Fuß.


