Restaurierungsatelier der Stiftung Händel-Haus

Forschungsprojekt: Statische Untersuchungen an historischen Tasteninstrumenten


gefördert im KUR-Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

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  KSL_Schwarz_K_M-1

Projektdokumentation zum KUR-Projekt: Statische Untersuchungen an historischen Tasteninstrumenten. Abschlussbericht
---> LINK ZUR PROJEKTDOKUMENTATION auf der Website des Hornemann Instituts <---


Das KUR – Programm zur Restaurierung und Konservierung von mobilem Kulturgut führt die Kulturstiftung des Bundes gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder durch.


Die bedeutende und umfangreiche Musikinstrumentensammlung des Händel-Hauses umfasst eine große Anzahl historischer Tasteninstrumente. Ein Schwerpunkt restauratorischer Maßnahmen war stets, den Klang dieser Instrumente erfahrbar zu machen. Statische Veränderungen durch die Kraft des Saitenbezuges führten und führen bei spielbaren Instrumenten zu nicht rückgängig zu machenden Verformungen und Bauteilschäden. Häufig bedeutet dies auch den Verlust des Klanges.

Das Forschungsprojekt wird zusammen mit dem Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke an der TU Dresden durchgeführt und widmet sich der Frage nach den grundsätzlichen Ursachen für die auftretenden Schäden. Mit Hilfe neuester Materialmodelle und computergestützter Simulation der Instrumentenstatik sollen Erkenntnisse über die Charakteristiken und Schadensrisiken der unterschiedlichen historischen Instrumentenkonstruktionen gewonnen werden. Zur Anwendung kommt dabei die „Finite-Elemente-Methode“. Hierbei wird eine komplexe, analytisch nicht mehr berechenbaren Struktur in einzelne endlich große (finite) Elemente „zerlegt“. Der Kraft-Verformungs-Zusammenhang eines Elementtyps kann auf Basis analytischer Zusammenhänge und Energieprinzipien unter Berücksichtigung geeigneter Materialmodelle in Abhängigkeit von seiner Gestalt beschrieben werden. Wird nun die komplexe Struktur aus einer endlichen Zahl von finiten Elementen zusammengesetzt, so können die unter den Rand- und Kontinuitätsbedingungen entlang gemeinsamer Elementkanten und -flächen entstehenden Verformungen und Spannungen berechnet werden.

Anhand der Ergebnisse können geeignete restauratorische Maßnahmen ausgewählt werden, die das Bewahren des Instrumentes als Bestandteil einer sehr wertvollen Sammlung sichern und gegebenenfalls die Spielbarkeit des Instrumentes langfristig ermöglichen. Die ausgewählten Instrumente repräsentieren in ihrer Zeit sehr verbreitete Baumodelle. Für zahlreiche Sammlungen historischer Tasteninstrumente werden daher die gewonnenen Ergebnisse von hohem Wert sein.

Für die Stiftung Händel-Haus werden die Untersuchungsergebnisse direkt in das Restaurierungskonzept für die mit diesem Projekt geplante Restaurierung des Tangentenflügels aus der Zeit um 1800 eingebunden. 

Projektablauf:

-    Erstellung des dreidimensionalen Geometriemodells mittels CAD
-    Erfassen, Kartieren und Überprüfen von vorhandenen Bauteilschäden an den Instrumenten
-    FE-Diskretisierung der Hammerflügel MS-28 + MS-44
-    Definition und Übertragung der Materialmodelle
-    Experimentelle Untersuchung zur Bestimmung fehlender Materialparameter an alten Hölzern
-    FE-Simulation und Validierung der Modellbildung
-    Langzeitsimulation zur Vorhersage des zukünftigen Verhaltens der Instrumente 
-    Numerische Untersuchungen zur statischen Verbesserung
-    Beurteilung der Folgen für den Klang
-    Konzeptionserstellung für langfristige Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen
-    Umsetzen der Strukturanalyseergebnisse innerhalb der Restaurierung des Tangentenflügels MS-30
-    Publikation der Methoden und Ergebnisse
-    Organisation einer wissenschaftlichen Konferenz


Projektträger:
Stiftung Händel-Haus Halle

Kooperationspartner:

isd_logo
 
Technische Universität Dresden, Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke
Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung alter Musikinstrumente
Klassik Stiftung Weimar

Ansprechpartner:
Stefan Ehricht
Dipl.- Restaurator (FH) für Musikinstrumente
Stiftung Händel-Haus
Tel. +49 (0) 345 / 500 90 160
E-Mail: stefan.ehricht[at]haendelhaus.de

Tangentenflügel_Späth_u_Schmahl_MS-30_300px Hammerflügel_Schmidt_MS-28_Gesamt_300px
Tangentenflügel (MS-030) von Späth
und Schmahl, Regensburg um 1790      
 
 
Hammerfügel (MS-028) Schmidt, Salzburg
 um 1785

 
    Hammerflügel_Schmidt_MS-28_AblösungStimmstock_300px
 
Hammerflügel (MS-028) Schmidt, Salzburg
um 1785 Ablösung des Stimmstocks






Tangentenflügel_MS-30_Gehäuseverformung_300px
Tangentenflügel (MS-030) von Späht und Schmahl, Regensburg um 1790 mit Gehäuseverformung

Hammerflügel_Graf_MS-44_Ges_300px
Hammerflügel (MS-044) Conrad Graf , Wien 1835  mit Gehäuseverformung



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