HÄNDEL-PFLEGE NACH 1945 IN HALLE

Händel-Tage 1948
Händel-Festspiele
Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft
Historisierende Aufführungspraxis
Händel-Preise der Stadt Halle



Zu den ersten musikalischen Veranstaltungen, die - von der sowjetischen Militäradministration genehmigt - nach 1945 in Halle durchgeführt werden durften, gehörten Aufführungen Händelscher Werke. Einzelnen Konzerten folgten im Februar 1948 Händeltage, die von der gerade durch Max Schneider neu gegründeten Hallischen Händel-Gesellschaft, der Staatlichen Hochschule für Theater und Musik, den Städtischen Bühnen, der Evangelischen Kirchenmusikschule und der Robert-Franz-Singakademie veranstaltet wurden.

Fruchtbare Arbeit leistete auch die Arbeitsgemeinschaft für Händel-Pflege des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands unter der Leitung des engagierten Musikalienhändlers Arno Rammelt (1902-1981) u. a. durch Konzerte in dem 1948 als Museum eröffneten Händel-Haus.
 
Bei wachsender Breitenwirkung fanden auch in den folgenden Jahren Händeltage statt. Unter diesen Voraussetzungen wurden im Jahre 1952 die ersten Händel-Festspiele durchgeführt.


Die Händel-Festspiele1952 in Halle waren vor allem auch der Ausgangspunkt einer umfassenden Erschließung des Opernwerkes Georg Friedrich Händels für die Gegenwart. Die hallische Händelopern-Arbeit hatte in der Folge eine große Ausstrahlungskraft. Sie führte nicht nur zu hervorragenden Festspielbeiträgen, sondern trug dazu bei, daß an vielen Bühnen Europas Händel-Opern in das Repertoire Eingang fanden. Von 39 erhaltenen Händel-Opern wurden in Halle in den Jahren 1948 bis 2001 35 verschiedene Werke aufgeführt.


Eine neue Qualität bekamen die Händel-Festspiele nach der Gründung der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft, die sich mit dem Ziel konstituierte, das Werk Händels „ allseitig zu erforschen und zu propagieren". Seit ihrer Gründung 1955 gibt sie die Händel-Jahrbücher und die Hallische Händel-Ausgabe heraus. Dabei arbeitet sie eng mit dem Institut für Musikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und mit namhaften Händel-Forschern aus dem In- und Ausland zusammen. Unter ihrer Verantwortung werden u. a. wissenschaftliche Konferenzen mit internationaler Beteiligung vorbereitet, die jährlich im Rahmen der Festspiele stattfinden.

Die Aufführungen oratorischer Händel-Werke gehören ebenfalls stets zu den Höhepunkten der Festspiele in Halle. Interpretationsmaßstäbe wurden in den ersten Jahren durch die jährlichen Darbietungen hallischer, Berliner und nur gelegentlich ausländischer Ensembles gesetzt. In den siebziger Jahren, als sich in westlichen Ländern spezialisierte Ensembles zu formieren begannen und versuchten, sich einer historisierenden Aufführungspraxis zu nähern, stagnierte die einheimische Entwicklung attraktiver Aufführungsstile alter Musik. Erst den Bemühungen Manfred Ottes (Erster Konzertmeister des Händel-Festspiel-Orchesters) und Christian Kluttigs (GMD am Halleschen Theater bis 1990) war seit Anfang der achtziger Jahre der künstlerische Erfolg beschieden, der die hallische Händel-Pflege wieder über die Stadtgrenzen hinaus bekanntmachte.


Händel-Preise der Stadt Halle
Zwischen 1956 und 1990 vergab der Rat des Bezirkes Halle Händel-Preise. Seit 1993 verleiht die Stadt Halle Händel-Ehrenpreise „für besondere künstlerische, wissenschaftliche oder kulturpolitische Leistungen, soweit diese in einem Zusammenhang mit der Händel-Pflege der Stadt Halle stehen, an Einzelpersönlichkeiten und/oder Gruppen (Ensembles)“.Der Preis besteht aus einer Urkunde, einer künstlerisch gestalteten Ehrennadel sowie einem Geldbetrag. 

1993 Nicholas McGegan;
1994 Axel Köhler;
1995: Winton Dean;
1996: Howard Arman;
1997: Emma Kirkby;
1998: Helmut Gleim;
1999: Trevor Pinnock;
2000: Donald James Burrows;  
2001: John Eliot Gardiner;
2002: Jean-Claude Malgoire;
2003: Marc Minkowski;
2004: Wolfgang Katschner;
2005: Stanley Sadie;  
2006: Klaus Froboese;
2007: Paul Goodwin;
2008: Christopher Hogwood;
2009: Jordi Savall

  

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